Bretagne Urlaub geplant? Informationen, Meinungen & Meer… [Teil 1]

Einführung

Ist die Bretagne als Urlaubsziel in die engere Auswahl gefallen oder steht ein Urlaub in der Bretagne schon so gut wie fest? Gerade wenn man diese Region in Frankreich noch nie bereist hat, sollte man sich vorher informieren! In diesem Blog-Artikel versuche ich, wesentliche Quellen mit attraktiven und weiterführenden Informationen zusammen zu stellen.

Warum schreibe gerade ich diese Zusammenstellung? Als Mitglied des Location Bretagne Teams bin ich derjenige, der vermutlich das distanzierteste Verhältnis zu dieser Region hat. Keine Frage, ich habe die Bretagne unzählige Male bereist und ich mag diese Region. Privat mag ich aber auch andere Regionen in Frankreich (bspw. Provence oder Cote Azur) und auch völlig andere Länder als Urlaubsziel. So hat mir mein letzter Urlaub in Deutschland im Ostseebad Binz auf Rügen aber auch bspw. mein Urlaub in Spanien auf den Balearen (Ibiza) und auf dem südlichen spanischen Festland (bei Malaga) sehr gut gefallen. Es gibt viele Seiten im Netz über die Bretagne, die sogar von einer „Liebe“ zur Bretagne sprechen oder von einer einzigartigen (teils „intimen“ Verbindung) zu dieser Region. Ist ja auch klar, denn gerade diese „Bretagne-Fans“ spüren die intrinsische Motivation, sich die Mühe zu machen und eine eigene Bretagne Informationsseite ins Netz zu stellen. Eine weitere Gruppe  „Bretagne-Informationsbereitsteller“ sind Reiseanbieter, Fremdenverkehrsbüros und Ferienhausvermittlungen, bei denen sicherlich auch ein kommerzielles Interesse zur Informationsveröffentlichung beiträgt. Als dritte große Gruppe sind noch Bretagne-Auswanderer zu nennen, die sich möglicherweise im „Heimatland Deutschland“ noch einmal mit Informationen aus „erster Hand“ zurückmelden möchten.

Allen drei Gemeinsam ist: Die Informationen können nicht wirklich objektiv sein, denn 1.) Liebe macht bekanntlich blind, 2.) kommerzielle Anbieter werden sicherlich die Region für den Urlaubswilligen so attraktiv wie möglich erscheinen lassen und 3.) Auswanderer würden ja ihre eigene tiefgreifende Lebensentscheidung in Frage stellen, wenn die neue Heimat nicht in den höchsten Tönen gelobt würde.

Bretagne aus Sicht eines Reisenden

Denn die Bretagne ist groß (laut dem Wikipedia-Artikel über die Bretagne hat sie eine Fläche von etwa 27.208 km²). Aus Sicht eines deutschen Urlaubers ist das nur etwas weniger Fläche als Brandenburg bzw. knapp ca. drei Viertel der Fläche von Nordrhein-Westfalen). Für einen Österreicher sind das ca. 1/3 und für einen Schweizer etwa 2/3 der Fläche des Heimatstaates.

Ich bin mit dem Auto innerhalb von zwei Tagen durch die Bretage gequert (vom äußersten Süden der Morbihan, genauer eigentlich schon im Norden von Loire-Atlantique bei La Baule) entlang der Atlantikküste bis zum Norden der Côtes d’Armor, bei St. Brieuc). Und ich muss sagen, landschaftlich *und* architektonisch liegen zwischen diesen beiden Extremen Welten, ähnlich als wenn man in Deutschland vom norddeutschen Emsland ins Schwabenland fährt. Während der Süden der Bretagne architektonisch deutlich „mediterran-französischer“ erscheint, wirkt die Finistére plötzlich und fast schon abrupt „irisch-keltisch“ und die Côtes d Armor weitläufig und unberührt-nordisch (aber nicht skandinavisch-schwedisch, sondern eher wie eine nördliche Schwarzwaldregion).

Auch klimatisch und an den Stränden drücken sich diese Unterschiede aus: Die Luft und das Klima in der Morbihan wirkt deutlich lieblich-milder, während sie in der Finistere rauh-keltischer und in der Côtes d Armor irgendwie dazwischen erscheinen.

Dieser Eindruck setzt sich auch beim Erscheinungsbild der Ortschaften (insbesondere der touristikaffinen Seebäder) fort. Die Stand- und Küstenpromenade von La Baule (Loire-Atlantique) hat mich eindeutig an die (mondäne) Promenade von Nizza an der Côte Azur erinnert. Die Badeorte angefangen in der Region um Sarzeau bis Concarneau bzw. Loctudy erschienen zwar französisch, meist noch leicht mediterran und mondän, konnten aber vom Erscheinungsbild eine gewisse Verwandschaft zu schönen Seebädern an unserer Ost- und Nordsee in meiner Sicht nicht vollständige ablegen (wobei die Tendenz eher zu unserer Nordsee zeigte, je weiter man sich dem nördlicheren Concarneau nähert). Ab Penmarc’h gibt es dann einen wahrgenommen Bruch hin zum keltischen Erscheinungsbild, das jeglichem Vergleich mit deutschen Seebädern entbehrt.

Auffallend ist hier auch, das ab diesem Punkt die Orte wahrgenommen weniger kommerzielle Touristikangebote bieten (Bars, Cafés, Bootsverleih etc.) bzw. diese Angebote auf den Besucher deutlich dezenter wirken. Dieser Eindruck setzt sich angefangen von Penmarc’h bis nach Brest fort.

Ab Brest erscheint die Besiedelung dann deutlich weitläufiger und gröber gestrickt.

Weiterführende Informationsquellen zur Bretagne

Im Folgenden habe ich einige Seiten zusammengestellt, die aus meiner Sicht einen guten Einstieg in das Thema „Bretagne“ bieten. Bei dieser Zusammenstellung habe ich mich bewusst deutschsprachige Quellen beschränkt.

Allgemeine Informationsseiten

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Regionen der Bretagne: Finistére

Die Region Finistere („Ende der Welt“)

In dieser Serie stellen wir Ihnen einzelne Regionen der Bretagne vor. Wir hoffen, dass Sie sich vor Ihrem Urlaub im Ferienhaus damit ein besseres Bild der einzelnen Regionen, Gebiete und Landstriche der Bretagne machen können.

Vor Le Conquet liegt sie in einem riesigen Naturpark; sie ist so klein, daß man sie innerhalb von 2,5 Stunden leicht zu Fuß umqueren kann. Im Meer rundum kann man mit etwas Glück seltenste Meeresvögel, aber auch Robben und Delphine beobachten.

Wer gern frischen Fisch und Krustentiere genießen mag, sollte auf jeden Fall einen Besuch von Le Guilvinec einplanen. Hier wird seit einigen Jahren erfolgreich versucht, den Tourismus und den Fischfang in geeigneter Weise zu verbinden.
Jeden Abend um ca. 18.00 Uhr kann der Crozon, die lange Zeit aufgrund der etwas versteckten Lage lange zeit im Dornröschenschlaf gelegen, profitiert heute davon, dass lange Zeit „nichts“ passiert ist. Denn dadurch haben die Orte Camaret sur Mer, Crozon, Morgat und auch Roscanvel viel von ihrem alten Charme wahren können. Zusätzlich wird die abwechslungsreiche Landschaft, einmal flache, ausgedehnte Sandstrände, dann wieder die schroffe Felsküste mit tosendem Atlantik oder geschichtsträchtige Festungsanlagen an der Pointe des Espagnols jeden Bretagne- Besucher erfreuen können. Hier vor der Pointe des Espagnols verengt sich das Meer in den goulet, den Flaschenhals, als enger Zugang zum größten Naturhafen Frankreichs. Es liegen hier hunderte von Schiffswracks, da dieser strategisch wichtige Zugang schon seit Jahrhunderten Schauplatz erbitterter Seeschlachten war.

Die Ostbretagne mit ihren vielen Festungen zeigt deutlich die Notwendigkeit des kleinen unabhängigen Staates, sich gegen die wiederholten Übergriffe Frankreichs erfolgreich zur Wehr setzen zu können. Schon zur Wikingerzeit war der Ort Dol-de-Bretagne befestigt, wie man auf dem berühmten Wandteppich von Bayeux (Normandie) erkennen kann. Am Ortsausgang von Dol-de-Bretagne findet man auch einen der höchsten Menhire der Bretagne; er misst 9,30m.
Der Ort Fougères mit seinen 13 Wehrtürmen hat sich über die Jahrhunderte als uneinnehmbare Festung bewährt, dies ist unter anderem auch durch seine günstige Lage in einem Sumpfgebiet begründet, welches Sturmangriffe unmöglich machte.

Finistere
In den vielen kleinen und kleinsten Ortschaften mit ihren trutzigen und alles überragenden Granitkirchen mit filigran wirkenden Türmen berühren besonders die sehr unterschiedlich ausgeschmückten Calvaires (Kalvarienberge), die zu jeder Kirche gehören, den Reisenden und verstärken noch das mystische Flair, welches auch den nüchternen, modernen Touristen in seinen Bann zieht.
Hier sei besonders der prächtige Calvaire von Guimilian erwähnt. Etwa 200 Figuren stellen den Lebensweg Christi dar, wobei alle Szenen, in Granit gehauen, durch die Jahrhunderte hindurch trotz der rauhen Witterung und die dadurch zwangsläufigen Verwitterungen nichts von ihrer Ausdruckskraft verloren haben.
Zwischen den gelbleuchtenden Ginsterbüschen entlang der Küstenstraßen wird man immer wieder von herrlichsten Ausblicken auf bizarre Buchten mit bis zu 80m hohen Granitzacken im Meer überrascht werden, an denen sich das Meer mit weißer Gischt bricht. Aber auch alte Befestigungsanlagen, teils schon in den Glaubenskriegen (1589) erstellt, ragen immer noch trutzig und wehrhaft aus der Landschaft.
Auch einen Besuch auf einer der kleinen Inseln vor der abwechslungsreichen Küsten sollte man sich nicht entgehen lassen. Hier sei besonders die Ile de Sein erwähnt, die Toteninsel, die vor der Pointe du Raz nur 2m aus dem Meer aufragt, und die vielleicht schon in 30 Jahren nicht mehr vorhanden sein wird. Aber auch die kleine Ile Molene mit ihremVogelschutzgebiet ist einen Besuch wert.Blick auf den Point du Raz

Das ist eine der bekannteste Regionen; sie gibt bei einer Fahrt durch die einzelnen Pfarrbezirke (Enclos Paroissial) mit ihren vielen wechselnden Landschaftsformen von felsiger Steilküste, z.B. an der Pointe du Raz, und ihren hellsandigen Stränden, z.B. in der Bucht von Audierne, dem Betrachter einen unvergesslichen Eindruck vom Zusammenspiel von Natur und Mensch in diesem für lange Zeit ärmsten Teil Frankreichs.

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