Fehler-Lösung: Office 2010 Professional Plus kann nicht installiert werden (Code 1603)

Ich habe mehrere Stunden damit verbracht, Office 2010 auf Windows 7 64-Bit zu installieren (Notebook Lenovo W500). Es handelte sich um eine Upgrade-Installation von Office 2007. Leider blieb das Installationsprogramm nach einigen Minuten immer mit der wenig aussagekräftigen Fehlermeldung „Microsoft Office Professional Plus 2010 hat bei der Installation einen Fehler festgestellt“ – das wars.

Nun ja, auch Microsoft scheint den Weg gegangen zu sein, den Benutzer bloss nicht mit zu vielen Details oder Fehlermeldungen zu stören. Aber als geübter Windows Nutzer kennt man ja den Weg zum Ereignisprotokoll, um sich mehr Informationen zu beschaffen: Systemsteuerung -> Verwaltung -> Ereignisanzeige. Im Bereich Windows Protokolle -> Anwendung habe ich dann tatsächlich 4 Einträge zum Thema gefunden:

  1. Eine Windows Installer-Transaktion wird gestartet: {90140000-006E-0407-0000-0000000FF1CE}. Clientprozess-ID: 10832.
  2. Produkt: Microsoft Office Shared MUI (German) 2010 — Die Konfiguration ist fehlgeschlagen.
  3. Das Produkt wurde durch Windows Installer neu konfiguriert. Produktname: Microsoft Office Shared MUI (German) 2010. Produktversion: 14.0.4763.1000. Produktsprache: 1031. Hersteller: Microsoft Corporation. Erfolg- bzw. Fehlerstatus der neuen Konfiguration: 1603.
  4. Eine Windows Installer-Transaktion wird beendet: {90140000-006E-0407-0000-0000000FF1CE}. Clientprozess-ID: 10832.

Leider sind diese Einträge auch nicht viel hilfreicher, als die sehr knappe Meldung der Dialogbox. Eine Suche in verschiedenen Foren hat den Tipp gepracht, das Installationslog vom MSI-Installer zu analysieren. Es war sicherlich sehr interessant zu lesen, was während einer Office-Installation passiert (eine Menge). Aber so richtig schlau bin ich auch nicht daraus geworden. Da die Installationslogdatei mehrere Seiten umfasst, verzichte ich an dieser Stelle darauf, diese zu posten.

Der Fehlercode 1603 (zu sehen in Punkt 3 der Ereignisanzeige) hat mich aber dann auch die richtige Spur gebracht: Im Knowledge-Base Artikel von Microsoft [Fehlermeldung „Fehler 1603: Schwerer Fehler bei der Installation“ wird beim Versuch angezeigt, ein Windows Installer-Paket zu installieren] wird darauf hingewiesen, dass als Ursache folgendes Problem wahrscheinlich ist: Der MSI-Installerdienst kann nicht in das Installationsverzeichnis installieren (bpsw. weil er keine Schreibrechte hat, um Dateien und Verzeichnisse anzulegen). Nun,  als Installationsordner wird (meistens) C:\Programme (x386) bei 64-Bit oder C:\Programme genutzt. Hier lag das Problem nicht, denn dort konnte bei mir definitiv geschrieben werden. Das Problem war vertrackter: Offensichlich braucht der Installerdienst auch Schreibrechte in das temporäre Verzeichnis der installierenden Nutzer (bei mir C:\Users\Philipp\AppData\Local\Temp).

Vor einigen Tagen bin ich jedoch auf die glorreiche Idee gekommen, mein komplettes Benutzerverzeichnis (also alles unterhalb von C:\Users\Philipp) mit EFS zu verschlüsseln (mehr Details zu EFS bzw. Encrypting File System auf NTFS-Basis gibt es bspw. hier). Grund war, dass ich mir eine neue Festplatte (Seagate Momentus XT) gekauft habe. Diese hat im Gegensatz zu meiner vorherigen Festplatte leider keine eingebaute Hardwareverschlüsselung (FDE bzw. BDE). Da zumindest meine Nutzerdaten nicht jedermann zugänglich machen möchte, falls ich das Notebook mal verliere, hielt ich das für eine gute Idee. Obwohl ich schon ein ungutes Gefühl hatte (und auf mögliche Probleme vorbereitet war), bestärkte mich das offizielle Dokument von Microsoft in meinem Vorhaben, da dort explizit gesagt wird, es sei erlaubt, das komplette Benutzererzeichnis (mit Ausnahme der Datei ntuser.dat und des Ordners \AppData\Roaming\Microsoft\Credentials. Problematisch ist nur, dass der Windows Installer offensichlich in einem anderen Benutzerkontext arbeitet, und er daher nicht mehr ins (verschlüsselte) Verzeichnis C:\Users\Philipp\AppData\Local\Temp schreiben kann. Offensichtlich habe ich übersehen, dass diese Erlaubnis im Microsoft-Dokument nur gilt, wenn man kein Administrator ist und keine Software installieren möchte.

Nun ja, die Lösung war also: Alles unterhalb von \AppData\ im  Administrator-Konto wieder zu entschlüsseln. Danach hat die Installation von Office 2010 Professional Plus problemlos funktioniert.

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Google Desktop Suche (GDS) auf Windows Vista: Erfahrungsbericht

Einführung

Ich habe die Google Desktop Suche (GDS) bereits vor einigen Jahren auf meinem alten Notebook (Windows XP) genutzt. Trotz vieler Kritiken bezüglich Datenschutz gefällt mir das Konzept recht gut. Soweit ich die Kritiker richtig verstanden habe, wird als besonders problematisch die Funktion zum gemeinschaftlichen Suchen über mehrere Computer genannt. Einleuchtender Grund: Inhalte von Dateien und Dokumenten werden auf dem Google-Server (oder soll ich besser sagen: Google-Grid?) gespeichert. Ich stimme dieser Problematik zu (und nutze daher auch nicht diese Funktion), möchte aber dagegen halten, dass dies eine allgemeine Schwäche fremdgehosteter Dienste (ASP – Application Service Provider Dienste) ist. Mit meinem neuen Windows-Vista Notebook bin ich sehr zufrieden, auch mit der integrierten Windows Desktop Suche (WDS). Nicht zufrieden bin ich allerdings mit der Such-Syntax von WDS. Als „geübter“ Google-Nutzer komme ich damit einfach nicht klar und wünsche mir wieder die bekannte „Google-Syntax“ auch auf meinem Desktop.

Erneuter Versuch mit GDS

Also entschloss ich mich vor einigen Tagen, der Google Desktop Suche eine „neue“ Chance zu geben. Derzeit lässt diese sich in der Version 5.8 auf der Google Desktop Seite von Google herunterladen. Interessant finde ich die Möglichkeit, zwecks Ressourcenschonung statt einem eigenen lokalen Desktop-Crawler von Google einfach den Index vom WDS-Dienst zu nutzen (der auf den meisten Vista-Rechnern eh standardmäßig aktiviert ist). So, dachte ich, hat man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe (ohne nennenswert mehr Ressourcen auf dem Computer zu verbrauchen): Die bekannte Windows Desktop Suche plus Google Desktop Suche…

Schwächen und Probleme in der 5.8er Version

Leider haben sich (zumindest zur Zeit) meine Hoffnungen schnell gelegt: Es funktioniert zwar wie erwartet (Google Desktop und Windows Desktop lassen sich parallel nutzen), aber: Google Desktop „sucht“ nicht richtig! Es wird mir grundsätzlich nur eine Ergebnisseite mit maximal 10 Treffern angezeigt – den Rest „verschluckt“ GDS einfach! Diese Phänomen habe ich übrigens auf einem zweiten Vista-Rechner ebenfalls erlebt. Leider habe ich im Netz relativ wenig darüber gefunden und vor allem keine Lösung (siehe Google Groups Beitrag: Number of Results Problem when running on Vista).

Fazit

Zurzeit scheint die einzige Lösung zu sein, unter Vista die Option „Erweiterter Google Desktop Index“ zu aktivieren. Mit dem Nachteil freilich, dass damit zwei Desktop-Crawler Ressourcen verbrauchen (einmal der WDS-Dienst und dann der GDS-Crawler). Falls jemand eine Lösung kennt wäre ich über einen Tipp dankbar. Ansonsten hoffe ich, dass Google bald ein Update zur Verfügung stellt…

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