Andere Länder, andere Sitten – auch beim Autofahren

Seit 1. Juli 2012 müssen alle Autofahrer, auch Touristen, in Frankreich einen Alkohol-Schnelltester im Auto mit sich führen. Wer keinen unbenutzten Tester bei einer Kontrolle vorweisen kann, muss ab November mindestens 11 Euro Bußgeld bezahlen. Ziel der französischen Regierung ist es, mit dieser Maßnahme die Verkehrssicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Autofahrer sollen, bevor sie sich hinters Steuer setzen und nicht wissen, ob sie noch fahrtüchtig sind, anhand der Röhrchen ihren Promillewert ermitteln. Der Einweg-Alkoholtest koste rund 1,50 Euro und soll in Apotheken, Diskotheken und Tankstellen erhältlich sein. In Frankreich gilt wie in Deutschland und in den meisten europäischen Ländern die Promillegrenze 0,5.

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Augenzeuge-Bericht: Algen in Tregunc / Trevignon, Bretagne

In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich Vor-Ort-Eindrücke und Augenzeugen-Berichte der Algen-Situation in der Bretagne. Ich halte diese Informationen für sehr wichtig, da in den Massen-Medien der Eindruck erweckt wird, die gesamte bretonische Küstenlinie sei von einer riesigen Algenplage bedroht (Stichwörter: Algenpest, Killeralgen, Todesalgen usw.). Unsere bisherigen Berichte zeigten: Das Gegenteil ist der Fall, die bretonische Küstenlinie ist mit über 2700 km so lang, dass unmöglich von einem generellen Problem gesprochen werden kann.

Heute veröffentliche ich einen Augenzeugen-Bericht von unserer Partner-Agentur Thomas Zinecker, der viele Ferienhäuser und Ferienwohnungen in der Bretagne aus unserem Katalog betreut. die Situation in und um Tregunc bzw. Trevignon (Finistere):

Zusammenfassung: Von Algen bzw. einer unangenehmen Ansammlung von Algen ist nichts zu sehen.

Strände in der Umgebung der Stadt Tregunc

Blick auf einen Strand in Tregunc, Bretagne im Juli 2009. Keine Algen erkennbar.
Blick auf einen Strand in Treguc im Juli 2009. Keine Algen Probleme erkennbar.

Der Strand von La Baleine im September 2009 mit Creperien und Restaurantes. Keine Algenprobleme erkennbar.
Der Strand von La Baleine im September 2009 mit Creperien und Restaurantes
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Algenpest in der Bretagne? Vor-Ort Eindrücke von Algen und Stränden aus erster Hand…

Algen in der Bretagne – ein Problem?

Seit einigen Tagen liest, sieht und hört man in den Medien wieder mehr aus der Bretagne. Leider sind es diesmal nicht besonders schöne Nachrichten, die Zeitungen, Radio- und TV-Sender uns nach Deutschland schicken: In der Bretagne gibt es Algen! Nun, mag sich der interessierte Leser denken, Algen sind an sich nichts besonders, vor allem nicht an Küstenregionen und Stränden. Denn Algen  gehören zu den ältesten Organismen unserer Erde und bilden als Pflanze die Grundlage allen Lebens auf unserem Planeten.

In der Bretagne sind unberührte, saubere Strände und klares Wasser immer noch der Normalfall.
In der Bretagne sind unberührte, saubere Strände und klares Wasser immer noch der Normalfall.

Und: Algen sind gesund – sie werden nicht nur als Delikatesse in Sushi verarbeitet sondern auch in Tablettenform als wahre Gesundmacher von Fitness-  und Wellness-Begeisterten geschätzt. Manche Wissenschaftler schätzen Algen als wichtigsten Rohstoff- und Energielieferanten der Zukunft ein und lassen diesen Pflanzen daher eine wichtige Rolle als Retter der Menschheit aus der Energie-, Rohstoff und Klimakrise zukommen. Algen sind also Pflanzen, die eine wichtige Rolle für uns Menschen einnehmen. Daher hat die Bretagne schon lange eine ganz besondere Beziehung zu diesen Meerespflanzen: In der  Algenforschung ist die Bretagne weltweit führend und das Unternehmen Thalado in Roscoff stellt aus Algen kosmetische Produkte (bspw. Gesichtspflege, Badezusätze, Entspannungsprodukte) her.

Algen sind gesund und machen schön – warum nun die Aufregung?

Wenn man die aktuelle Berichterstattung über die Bretagne liest, könnte man meinen, Algen sind gefährlich und stellen eine Bedrohung für den Menschen dar. Focus-Online schreibt bspw. von „Giftigen Algen am Atlantikstrand“ oder von „Wissenschaftlern, die vor Todes-Algen in der Bretagne“ warnen. Auch in anderen Presse-Publikationen wird ein ähnlich reißerischer Tonfall gewählt, so schreibt bspw. die angesehene Süddeutsche Zeitung schlicht vom „Grünen Tod„.

Auch wenn ich die aufklärerische Funktion der Massenmedien schätze, muss ich hier doch deutliche Kritik an der journalistischen Seriösität dieser Zeitungen üben. Denn: Algen selbst sind weder giftig noch tödlich. Ein Problem ergibt sich aus einem Fäulnisprozess, bei dem offensichtlich Schwefelwasserstoff ensteht, ein Gas, dass für Mensch und Tier ab gewissen Konzentrationen gesundheitsschädlich sein kann. Problematisch wird dies für den Besucher vor allem bei Ebbe, Windstille (die Fäulnisgase werden nicht weggeweht) und an Stellen mit *sehr* vielen Algen.

Welche Vor-Ort Eindrücke können wir beobachten?

Bei allen Bildern aus der Presse, die leicht den Eindruck erwecken können, die gesamte Bretagne sein ein einziger Algenteppich, sollte nicht vergessen werden, dass die Bretagne ein riesiges Flächenland ist (vergleichbar bspw. mit der Fläche des deutschen Bundeslandes Brandenburg). Auch die Küstenlinie erstreckt sich über 2730 km, das sind ca. 3,5mal soviele Kilometer wie die Entfernung zwischen Hamburg und München. Es ist also völlig unangemessen, von einem Problem auszugehen, dass die gesamte Bretagne betrifft.

Daher habe ich mich entschlossen, Ihnen hier Eindrücke zu schildern, die wir vor Ort gewonnen haben. Die „Vor-Ort-Eindrücke“ werde ich regelmäßig erweitern und aktualisieren. Hier erweist es sich als vorteilhaft, dass Location Bretagne in den verschiedenen Gebieten der Bretagne auf ein umfangreiches Netzwerk von Partner-Agenturen zurückgreifen kann, die selbst in der Bretagne wohnen und sich daher ein ungefiltertes Bild der Situation machen können.

Eindrücke aus dem Morbihan

Aus dem Morbihan (speziell Golfe du Morbihan und Prêsqu’ile de Quiberon) teilt mir unsere Partner-Agentur Hubert Britz aus Arzon folgendes mit (Herr Britz betreut in unserem Katalog viele Ferienhäuser und Ferienwohnungen im Morbihan):

„Wie jeder lebende Organismus benötigen auch die Algen, wenn sie sich ausbreiten sollen, ein entsprechendes Umfeld. Wie es aussieht, sind flache Wattgebiete insbesondere in den Mündungsbereichen von Flüssen für die Grünalgen vorteilhaft. Es gibt genügend Licht und der Eintrag von aus der Landwirtschaft stammenden Nitraten ist besonders hoch.

An der Atlantikküste der Halbinsel Rhuys fehlen diese Voraussetzungen fast vollständig. Die Klippen fallen sehr steil bis auf grosse Tiefen ab, die Sandstrände bieten nicht ausreichend Nährstoffe für die Grünalgen. Es gibt an der Ozeanküste der Halbinsel keine Buchten in denen das Wasser so ruhig steht, dass sich Sedimente absetzen könnten, die den Grünalgen ein vorteilhaftes Umfeld für ein Massenwachstum bieten könnten.

Auf der Golfseite gibt es am östlichen Golfende einige ausgedehnte Wattgebiete, die entsprechend ruhig sind. Bis jetzt gibt es dort (und gab schon immer) einige wenige, begrenzte Flächen auf denen Grünalgen vorkommen. Für ein masenhaftes Auftreten fehlt allerdings ein ausreichender Eintrag an nitrathaltigem Süsswasser. Zudem sind diese Gebiete zu Fuss nicht zu erreichen und schon von Natur aus nicht als Badegebiete geeignet.

Die hier an den Stränden vorkommenden Algen zählen zu den Braun- oder Rotalgen, die nicht nur nicht schädlich sind, sondern, im Gegenteil, zu medizinischen Zwecken und sogar in der Diätküche genutzt werden.

Fazit: Nach dem heutigen Wissensstand gibt es hier kein Algenproblem, dass Badefreuden verhindern oder gar die Gesundheit der Badenden gefährden könnte. Die Strände sind von fröhlichen Menschen bevölkert, die die Freuden, die Meer, Sonne und Strand bieten, in vollen Zügen geniessen.“

Aus dem Morbihan teilt mir unsere Partner-Agentur Laurence Berlin aus Crac’h folgendes mit (Frau Berlin betreut in unserem Katalog viele Ferienhäuser und Ferienwohnungen im Morbihan):

„Hier soweit diesen ganzen Sommer nichts dergleichen zu vermerken. Soweit bekannt, sind die Côtes d’Armor (Dpt 22), zwischen Dinaard uns St-Brieuc, aber letztes Jahr betroffen gewesen!
Es ist dort auch eher wahrscheinlich, weil am Ärmekanal gelegen, das flacher ist, als bei uns hier unten.
Wir liegen hier direkt am offenen Atlantik, das ist eine ganz andere Geschichte als im Ärmelkanal oder an der Ostsee zum Beispiel.

Also: Entwarnung, keinen Grund zur Sorge an der Morbihan-Küste.“

Eindrücke aus dem Finistére

Aus dem Finistére teilt mir unsere Partner-Agentur Marion Sunderbrink aus Plogoff folgendes mit (Frau Sunderbrink betreut in unserem Katalog viele Ferienhäuser und Ferienwohnungen im Finistére):

„Auch für die „Baie d’Audierne“, das „Cap Sizun“ und die „Prèsqu’île de Crozon“ besteht keine Gefahr.

Diese bestimmte Grünalge entwickelt sich vor allem in Bereichen mit geringen Wassertiefen, weil sie Licht braucht, um sich zu vermehren. Wenn diese Alge noch lebt und grün ist, ist sie nicht giftig. Toxische Gefahr besteht erst dann, wenn die Algenberge liegen bleiben und anfangen zu „verwesen“. Erst dann entsteht das auch für den Menschen giftige „sulfure d’hydrogène“.

Betroffene Gemeinden geben dann Warnhinweise aus über die wir hier vor Ort informiert sind. Hinzufügen sollte man, dass das Grün-Algenproblem nicht erst seit gestern existiert. Ökologen, Umweltschützer, die Grünen hier in der Bretagne machen seit vielen Jahren aufmerksam auf dieses Problem. Doch wie immer muss erst Schlimmes passieren, bis die Politik reagiert. Dass es nun über Frankreichs Grenzen hinaus in der Presse zum Thema gemacht wird, zwingt nun hoffentlich endlich zum Handeln.

Wir verfolgen hier aufmerksam vor Ort die Entwicklung, sind ökologisch orientiert und setzen uns für Veränderungen ein.“

Auch unsere Partner-Agentur Mariette Adolfs aus Saint-Jean teilt mir folgendes mit:

„Hier im Pays Bigouden und Finistère Sud haben wir keine Probleme, es besteht m.E. keine Gefahr. Es gibt keine oder sehr wenig Zuchtbetriebe [mit Düngemitteleinsatz] hier.“

Eindrücke aus Cotes d’Armor

Aus Cotes d’Armor teilt mir unsere Partner-Agentur Claudia Fischer folgendes mit (Frau Fischer betreut in unserem Katalog viele Ferienhäuser und Ferienwohnungen im Cotes d’Armor):

„…diese – seit Jahren bestehende – Algenpest tritt fast ausschliesslich in und um Plestin-les-Grèves und St. Michel-les-Grèves auf. Sie entsteht durch zuviel Stickstoff aus den Schweine-Intensivzuchten und deren Abwässern. Für die anderen Gebiete besteht m.E. keine Gefahr.“

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Internet-Zensur-Gesetz in Deutschland vermutlich nicht verfassungskonform.

Das heftig umstrittene Gesetz zur Zensur des Internet („Zugangs-Erschwernis-Gesetz“), das auf Initiative von Ursula von der Leyen (CDU) beschlossen wurde, ist vermutlich nicht verfassungskonform und wurde bisher noch nicht vom Bundespräsidenten Horst Köhler unterzeichnet. Es ist sowohl aus formalen als auch aus inhaltlichen Gründen nicht mit der Verfassung vereinbar.

Unter Experten ist das Gesetz heftig umstritten, und zwar im Wesentlichen aus folgenden Gründen:

  • Unter dem Deckmantel des schrecklichen Verbrechens des Kindesmissbrauchs wird in Deutschland erstmalig eine Zensurinfrastruktur eingeführt, die man bisher nur von Diktaturen und totalitären Regimes kannte. Schon allein aus diesem Grund hätte ein solches Gesetz in Deutschand niemals Realität werden dürfen.
  • Gegen diese Verbrechen ist nur eine klassische Strafverfolgung mit bestehenden Gesetzen erfolgsversprechend (Täter festnehmen, Angebote löschen, Server abschalten). Durch das Zensieren von Inhalten, wie es Ursula von der Leyen fordert, wird keinem Opfer geholfen.
  • Die Websperren lassen sich leicht umgehen, als treffen Sie höchsten den unbedarften Nutzer. Die Gefahr liegt also Nahe, dass die Zensurinfrastruktur später auf andere Zwecke ausgeweitet wird, wie bspw. das Sperren politisch unbequemer Inhalte, wie es z.Zt. bspw. im Iran zu Bekämpfung der Oppositionsbewegung durchgeführt wird. Ohne dieses Gesetz hätte das Internet schon aus technischen Gründen einen Schutz vor inhaltlicher Zensur gehabt. Mit der Einführung der Zensurinfrastruktur hängt es nur noch von der Vernunft der jeweiligen Regierung und dem Wohlwollen des BKA ab, dass die Zensur nicht missbraucht wird.

Lichtblicke gibt es jedoch, da bspw. die Piratenpartei oder auch die FDP und z.T. auch Die Grünen das Gesetz zur Internetzensur nach der Bundestagswahl wieder abschaffen würden.

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Urlaub trotz Schweinegrippe: Wie ist die Situation in der Bretagne (Frankreich)?

Zunächst einmal möchte ich vor übertriebener Panik vor der „Neuen Influenza“ („Schweinegrippe“) warnen. Grippewellen (auch Sommergrippewellen!) gibt es jedes Jahr. Die „alte Influenza“, die besonders in den Wintermonaten Deutschland jedes Jahr heimsucht, ist ungefähr so riskant wie die unter dem Namen Schweinegrippe bekannte „Neue Influenza“ (die Todesrate liegt nur leicht über derjenigen einer normalen Grippe-Epidemie). Und wir haben uns an die Gefahr gewöhnt und gelernt, damit umzugehen. Oder verfallen Sie etwa noch jedes Jahr im Winter in Panik, an der Influenza zu erkranken?

Offensichtlich haben sich jedoch überdurchschnittlich viele deutsche Urlauber in Spanien, Mallorca, speziell El Arenal an der Schweinegrippe  angesteckt. Frankreich allgemein, aber auch die Bretagne ist bisher kaum betroffen. Bisher konnte ich auch keine Berichte ausfindig machen, die darauf hindeuten, dass die Bretagne ein Risikogebiet ist.

Diese Beobachtung deckt sich auch mit den Beschreibungen, dass die Ansteckungsgefahr in Plätzen mit vielen Menschen auf kleinem Raum und Hautkontakt am höchsten ist (bspw. eine Diskothek in El Arenal). Die Bretagne als Region, in der wir die meisten Ferienhäuser und Ferienwohnungen in unserem Katalog anbieten, ist jedoch genau durch eine gegenteilige Situation gekennzeichnet: Viel Platz, weitläufige Landschaften und Sandstrände, keine Hotel- und Bettenburgen, sondern viele individuelle Ferienwohnungen und Ferienhäuser mit genügend „persönlichem Raum“ um sich herum. Diskotheken- und Partykulturen, wie sie auf Mallorca, Lorette de Mar oder auch Ibiza zu finden sind, gibt es in der Bretagne nicht!

Aus diesen Gründen ist auch davon auszugehen, dass die Bretagne zu denjenigen Regionen in Frankreich (vielleicht auch in ganz Europa) gehören wird, die am wenigsten von der Schweinegrippe betroffen ist.  Nebenbei: In unserer Informationsseite über die Bretagne haben wir festgestellt, dass die Bevölkerungsdichte dort ähnlich gering ist, wie in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern.

Für diejenigen, die es ganz genau wissen wollen, gibt es übrigens eine schöne Übersicht auf gemeldete Schweinegrippe-Fälle auf einer Google Map. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels sind in der Bretagne kaum Fälle gemeldet worden.

Schweinegrippe in der Welt und in der Bretagne

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Preise für Ferienhäuser und Ferienwohnungen in der Bretagne fallen

Die Wirtschaftswoche schreibt am 18.06.2009, dass die Preise für Immobilien in Frankreich allgemein und auch in der Bretagne nachgegeben haben. Gegenüber dem höchsten Niveau vor ca. 2 Jahren sind die Preise um bis zu ca. 20% gesunken. Gründe dafür liegen in der nachlassenden Finanzkraft von Investoren, vor allem auch britischen Investoren, die traditionell die Bretagne gern besucht haben. Während sich der Artikel in der WiWo vor allem auf Kaufimmobilien bezieht, hat ein Sinken der Grund- und Immobilienpreise auch automatisch (wenn auch mit leichter Zeitverzögerung) ein Sinken der Mietpreise zu Folge.

Wer Ferien in der Bretagne verbringen möchte, kann sich schon jetzt auf viele Sonder- und Last-Minute-Angebote (auch für die traditionell überbuchte Hauptsaison) freuen.

Den originalen Artikel in der WiWo gibt es übrigens hier:

Frankreich – Ferienimmobilien in Frankreich lassen nach

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