KdF – Kraft durch Freude? Besuch des ehem. „Seebads der 20.000“ in Prora, Rügen

Bei meinem letzten Besuch des Seebads Binz in Rügen stand auch ein Besuch des ehemaligen Seebads Prora (KdF – Kraft durch Freude) auf dem Programm. In Prora war zu Zeiten des NS-Regimes ein monströser Komplex geplant, der ca. 20.000 Arbeitern als Erholungsstätte dienen sollte – das „Bad der 20.000“ (vermutlich, damit diese nach dem Erholungsaufenthalt wieder „mit frischem Tatendrang“ für das Deutsche Reich arbeiten konnten). Der Komplex war mit einer Länge von ca. 6 km geplant und sollte einen eigenen Bootsanleger erhalten, damit große Schiffe (bspw. die bekannte Wilhelm Gustloff).

Fertiggestellt wurde der Komplex nie und zum Teil wurde er schon während bzw. nach dem 2. Weltkrieg in einigen Teilen demontiert oder zerstört. Die übriggebliebenen Teile stehen seit langer Zeit leer, ein kleiner Teil wird als Museum genutzt. Dort erfährt man auch, dass das Bad der 20.000 niemals wie ursprüglich geplant genutzt wurde, sondern vielmehr schon während des 2. Weltkriegs und auch danach als Ausbildungsstätte für militärische bzw. polizeiliche Zwecke diente.

Der Besuch des Museums ist wirklich empfehlenswert, da man dort nicht nur ein Modell des geplanten Gebäudes und theoretische Hintergrundinformationen sieht, sondern auch einen Teil des Gebäudes selbst begehen und in viele Räume gucken kann.

Nach meinem Besuch stellte ich schnell fest, dass es nicht schade darum ist, dass dort niemals jemand „richtig“ Urlaub machte: Das ganze Gebäude wirkt unsympathisch, die Gänge sind Eng, die Decken niedrig, die geplanten „Appartements“ für die Arbeiter hatte meist eine Größe zwischen 4 x 2 m bis 4 x 4 m – für zwei Personen. Das war selbst für damalige Verhältnisse eng und beklemmend!

Den Rest meines Eindrucks zeigt das Video – eine ideale Kulisse für einen Thriller oder Horrorfilm, oder?

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